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      Was ist autogenes Training? Wirkung, Übungen und Anleitung für Anfänger:innen

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      Autogenes Training ist ein bewährtes Entspannungsverfahren, das durch gezielte Selbstbeeinflussung dabei helfen kann, Stress abzubauen, die körperliche Entspannung zu fördern und mehr Achtsamkeit im Alltag zu entwickeln. Die Methode basiert auf wiederholten Formeln und inneren Vorstellungen, die Körper und Geist in einen entspannten Zustand versetzen. Viele Menschen praktizieren diese Technik zur Stressbewältigung, zur Förderung der Resilienz und um das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.

      In diesem Artikel erfährst du, was autogenes Training genau ist, wie die Methode entstanden ist und welche positiven Effekte sie auf Körper und Psyche haben kann. Ausserdem lernst du verschiedene Übungen kennen, erhältst eine praktische Anleitung für Anfänger und erfährst, wie du autogenes Training lernen und regelmässig in deinen Alltag integrieren kannst.

      Was ist autogenes Training?

      Autogenes Training ist eine Methode zur mentalen und körperlichen Entspannung, die Anfang des 20. Jahrhunderts vom Berliner Psychiater Prof. Dr. Johannes Heinrich Schultz entwickelt wurde. Ziel der Technik ist es, durch Konzentration auf bestimmte Formeln und die Kraft der eigenen Gedanken einen Entspannungszustand herbeizuführen. Beim autogenen Training wird mit wiederholten Suggestionen gearbeitet, die auf körperliche Prozesse Einfluss nehmen sollen.

      Die Methode gehört zu den bekanntesten Entspannungsverfahren und wird bis heute in Bereichen wie Prävention, Stressbewältigung und psychologischer Unterstützung eingesetzt. Viele Menschen nutzen autogenes Training, um ihre Atmung zu beruhigen, Muskeln zu entspannen und das vegetative Nervensystem positiv zu beeinflussen. Auch im Bereich der Selbsthypnose und Hypnose gibt es Überschneidungen.

      Die Grundstufe des autogenen Trainings konzentriert sich auf einfache körperliche Wahrnehmungen wie Schwere, Wärme, Atmung oder Herzschlag. Die sogenannte Oberstufe geht darüber hinaus und arbeitet stärker mit inneren Bildern und Vorstellungen. Im Idealfall entsteht dabei eine tiefe Balance zwischen Körper und Geist.

      Beim autogenen Training werden bestimmte Formeln genutzt, um die Aufmerksamkeit gezielt auf einzelne Körperbereiche zu lenken. Häufig beginnt eine Übung mit dem rechten Arm, später wird auch der linker Arm oder der gesamte Oberkörper einbezogen. Durch regelmässige Übungseinheiten lernen viele Menschen, schneller in einen entspannten Zustand zu gelangen.

      Wie wurde die Methode entwickelt?

      Entwickelt wurde autogenes Training vom Berliner Psychiater Prof. Johannes Heinrich Schultz. Der Arzt beobachtete bei Patientinnen und Patienten unter Hypnose ähnliche körperliche Reaktionen wie Schwere- und Wärmegefühle. Daraus entstand die Idee, diese Zustände auch ohne Hypnose durch Selbstbeeinflussung hervorzurufen. Schultz veröffentlichte die Methode in den 1920er-Jahren. Heute gilt sie als bewährt und wird weltweit praktiziert.

      Anwendung von autogenem Training: Wobei kann es helfen?

      Die Anwendung von autogenem Training kann in unterschiedlichen Lebensbereichen sinnvoll sein. Besonders häufig wird die Methode genutzt, um Stress abzubauen und mehr innere Ruhe zu finden. Studien zeigen, dass regelmässige Entspannungstechniken das Nervensystem beruhigen und körperlich wie psychisch entlastend wirken können.

      • Stressbewältigung: Regelmässige Übung kann helfen, Anspannung zu reduzieren und entspannter auf belastende Situationen zu reagieren.
      • Schlafprobleme: Viele Menschen nutzen autogenes Training vor dem Schlafengehen, um Körper und Psyche zu beruhigen.
      • Konzentration und Fokus: Durch mehr Achtsamkeit und innere Ruhe kann sich die Konzentrationsfähigkeit verbessern.
      • Körperliche Beschwerden: Die Methode wird teilweise unterstützend bei Spannungskopfschmerzen, Verspannungen im Nacken oder stressbedingten Beschwerden eingesetzt.
      • Prävention: Entspannungsverfahren können helfen, chronischen Stress frühzeitig entgegenzuwirken.
      • Resilienz stärken: Regelmässiges Praktizieren kann die psychische Widerstandskraft im Alltag fördern.
      • Unterstützung bei gesundheitlich belastenden Situationen: In manchen Fällen wird autogenes Training ergänzend bei psychosomatischen Beschwerden oder einer Erkrankung genutzt.

      Vorteile für Körper und Psyche

      Autogenes Training wirkt auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Durch die bewusste Regulation von Atmung, Herzschlag und Muskelspannung kann das vegetative Nervensystem beruhigt werden. Viele Menschen berichten nach regelmässiger Praxis von mehr innerer Ruhe und einem besseren Umgang mit Stress.

      Auch körperlich können positive Effekte entstehen. Während der Übungen sinkt häufig der Blutdruck leicht, die Durchblutung kann sich verbessern und Muskeln entspannen sich zunehmend. Dadurch entsteht oft ein Gefühl von körperlicher Entspannung und mentaler Klarheit.

      • Mehr Entspannung im Alltag: Bereits kurze Einheiten von fünf bis zehn Minuten können helfen, zur Ruhe zu kommen.
      • Förderung der Resilienz: Regelmässiges Training kann dabei unterstützen, emotional stabiler mit Belastungen umzugehen.
      • Verbesserung der Atmung: Viele Übungen fördern eine ruhige und gleichmässige Atmung.
      • Unterstützung des Immunsystem: Weniger Stress kann sich positiv auf das allgemeine Wohlbefinden auswirken.
      • Mehr Balance zwischen Körper und Geist: Die Methode verbindet mentale Konzentration mit körperlicher Wahrnehmung.
      • Bessere Körperwahrnehmung: Viele Menschen lernen, körperliche Prozesse bewusster wahrzunehmen.
      • Unterstützung der Verdauungsorgane: Entspannung kann sich positiv auf stressbedingte Beschwerden im Bereich der Verdauung auswirken.

      Die besten Übungen und Formeln des autogenen Trainings

      Die Formeln des autogenen Trainings werden traditionell schrittweise erlernt. Anfänger starten meist mit der Schwereübung und erweitern die Technik später um weitere Übungen. Wichtig ist eine ruhige Umgebung und eine entspannte Haltung. Viele Menschen praktizieren die Übungen im Sitzen oder Liegen.

      1. Schwereübung

      Die Schwereübung gilt als Einstieg in das autogene Training. Dabei wird die Formel „Mein rechter Arm ist ganz schwer“ mehrmals wiederholt. Später können beide Arme, die Oberschenkel und der gesamte Körper einbezogen werden. Ziel ist es, Muskelentspannung wahrzunehmen und den Körper in einen entspannten Zustand zu versetzen. Viele Menschen empfinden bereits nach wenigen Minuten eine angenehme körperliche Ruhe und innere Gelassenheit.

      2. Wärmeübung

      Bei der Wärmeübung konzentriert man sich auf das Gefühl von Wärme im Körper. Typische Formeln lauten etwa „Mein rechter Arm ist strömend warm“. Die Vorstellung von Wärme kann die Durchblutung fördern und zur körperlichen Entspannung beitragen. Viele Menschen empfinden diese Übung als besonders angenehm, weil sie ein Gefühl von Ruhe und Sicherheit vermitteln kann.

      3. Herzübung

      Die Herzübung richtet die Aufmerksamkeit auf den Herzschlag. Eine bekannte Formel lautet: „Herz schlägt ruhig und gleichmässig“. Die Übung soll helfen, innere Unruhe zu reduzieren und ein Gefühl von Sicherheit zu fördern. Viele Menschen nehmen dabei ihren Herzschlag bewusster wahr und fühlen sich emotional stabiler. Regelmässiges Praktizieren kann ausserdem dabei helfen, stressbedingte Anspannung im Alltag schneller zu erkennen.

      4. Atemübung

      Bei dieser Übung wird die Atmung beobachtet, ohne sie bewusst zu kontrollieren. Eine häufig verwendete Formel lautet: „Atmung ist ruhig und gleichmässig“. Viele Menschen empfinden diese Einheit als besonders beruhigend. Die bewusste Wahrnehmung der Atmung kann helfen, innere Anspannung loszulassen und den Fokus auf den gegenwärtigen Moment zu lenken. Regelmässige Atemübungen unterstützen viele Menschen dabei, schneller in einen entspannten Zustand zu gelangen.

      5. Sonnengeflecht-Übung

      Das Sonnengeflecht bezeichnet ein wichtiges Nervengeflecht des vegetativen Nervensystems im Bauchraum. Die Formel konzentriert sich häufig auf Wärme im Bauchbereich. Dadurch können sich Verdauungsorgane entspannen und Stressreaktionen reduzieren. Viele Menschen beschreiben während dieser Übung ein angenehmes Gefühl von innerer Ruhe und Wärme. Die bewusste Konzentration auf den Bauchraum kann ausserdem helfen, körperliche Anspannung besser wahrzunehmen und loszulassen.

      6. Stirnkühle-Übung

      Hier wird die Aufmerksamkeit auf eine angenehm kühle Stirn gelenkt. Die Formel unterstützt einen klaren Geist und kann helfen, sich mental zu entspannen. Viele Menschen nutzen diese Übung nach einem stressigen Tag, um gedanklich besser abschalten zu können. Die bewusste Konzentration auf Kühle kann ausserdem dabei helfen, innere Unruhe und geistige Erschöpfung zu reduzieren.

      7. Oberstufe des autogenen Trainings

      Die Oberstufe arbeitet stärker mit inneren Bildern und emotionalen Vorstellungen. Dabei können individuelle Themen bearbeitet und persönliche Ressourcen entfaltet werden. Diese Form der Selbstbeeinflussung wird häufig gemeinsam mit einem Coach erlernt. Viele Menschen nutzen die Oberstufe, um gezielt zu visualisieren und langfristig mehr innere Balance zu entwickeln.

      Anleitung und Übungen: Wie kann man autogenes Training lernen?

      Wer autogenes Training lernen möchte, sollte mit kurzen und einfachen Übungseinheiten beginnen. Im Idealfall wird täglich trainiert, damit sich Körper und Geist an die Formeln gewöhnen können. Besonders für Anfänger kann es hilfreich sein, zunächst nur eine Übung pro Einheit zu praktizieren.

      Viele Menschen starten mit fünf bis zehn Minuten pro Tag. Wichtig ist eine ruhige Umgebung ohne Ablenkung. Du kannst im Sitzen oder Liegen üben, solange dein Körper entspannt bleibt. Während der Übungen wird die Aufmerksamkeit gezielt auf bestimmte Körperbereiche gelenkt. Dadurch lernen viele Menschen, körperliche Prozesse bewusster wahrzunehmen. Beim autogenen Training geht es nicht darum, Leistung zu erbringen. Entscheidend ist die Regelmässigkeit. Erste Erfolge zeigen sich häufig nach einigen Wochen konsequenter Praxis. 

      Idealerweise besucht man einmalig einen Kurs für Autogenes Training, um die Übungen korrekt zu erlernen. Kurse für Autogenes Training werden in der Regel von den Zusatzversicherungen der Krankenkasse unterstützt. Ob eine Krankenkasse die Kosten übernimmt, hängt vom jeweiligen Angebot und Anbieter ab. Besonders zertifizierte Präventionskurse werden von Krankenkassen unterstützt.

      Autogenes Training kann ausserdem mit anderen Methoden kombiniert werden, etwa Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung. Verschiedene Übungen lassen sich flexibel in den Alltag integrieren und individuell anpassen.

      Fazit

      Autogenes Training ist ein bewährtes Entspannungsverfahren, das Körper und Psyche gleichermassen unterstützen kann. Durch regelmässige Übungen und Formeln lernen viele Menschen, bewusster mit Stress umzugehen, die eigene Resilienz zu stärken und mehr Ruhe im Alltag zu finden. Besonders durch die Kombination aus mentaler Konzentration, körperlicher Wahrnehmung und Selbstbeeinflussung kann die Methode langfristig zu mehr Wohlbefinden beitragen.

      FAQs

      Für wen ist autogenes Training nicht geeignet?

      Autogenes Training ist nicht für alle Menschen gleichermassen geeignet. Bei schweren psychischen Erkrankungen oder starken traumatischen Belastungen sollte die Methode nur nach Rücksprache mit medizinischem Fachpersonal angewendet werden. Auch Menschen mit akuten psychotischen Symptomen sollten vorsichtig sein.

      Ist autogenes Training bei Schizophrenie geeignet?

      Bei Schizophrenie oder anderen schweren psychischen Erkrankungen sollte autogenes Training nur unter professioneller Begleitung durchgeführt werden. In manchen Fällen können intensive innere Vorstellungen belastend wirken. Deshalb ist eine individuelle Einschätzung wichtig.

      Was ist der Unterschied zwischen Meditation und autogenem Training?

      Meditation konzentriert sich häufig auf Achtsamkeit und das bewusste Wahrnehmen des gegenwärtigen Moments. Beim autogenen Training stehen dagegen gezielte Formeln und Suggestionen im Mittelpunkt. Beide Methoden fördern Entspannung, unterscheiden sich jedoch in ihrer Technik und Zielsetzung.

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      Nadine Ballmer

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      Nadine Ballmer

      Nadine Ballmer ist die Gründerin und CEO von HypnoBirthing Schweiz und hat die Geburtsvorbereitung in der Schweiz revolutioniert. Mit über 14 Jahren Erfahrung und einer beeindruckenden Ausbildung als Mentaltrainerin, Hypnoseinstruktorin NGH sowie diversen Weiterbildungen in EMDR, NLP, Schmerzmanagement, Sportmentaltraining und provokativer Therapie, widmet sie sich der Mission, Frauen eine Geburt ohne Angst und mit reduzierten Schmerzen zu ermöglichen. Seit 2009 hat Nadine Ballmer mit ihrem Team unzähligen Familien geholfen, sich auf eine positive Geburtserfahrung einzustimmen. Mit ihrem Unternehmen MentalMed Group GmbH unterstützt sie zudem Frauen und Paare mit unerfülltem Kinderwunsch sowie Athleten im Sport- und Leistungsbereich und bildet in ihren Seminaren MentaltrainerInnen aus. Sie ist Mutter von Zwillingen und einem Jungen, passionierte Halbmarathon-Läuferin und lebt in Zürich.